Artist:innen in Residenz im CTC: Melanie Klampfer und Raphaƫlle Viau
- 20. Feb. 2025
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Melanie Klampfer (aus Salzburg) und RaphaĆ«lle Viau (aus Le Mans, Frankreich) haben sich in der āEscuela de Circo Carampaā in Madrid, Spanien, kennen gelernt. Sie hatten nie die Absicht, zusammenzuarbeiten, aber nachdem ihnen diese Idee zugeflüstert wurde, gaben sie diesem Vorschlag eine Chance, und es wurde der Beginn eines kuriosen Abenteuers. Wenn sie ihre Arbeit definieren müssten, würden sie sagen, es ist kein Tanz, keine Partnerakrobatik und auch kein Theater - aber es ist all das gleichzeitig.
Dieses Stück entstand aus ihrer Abschlussnummer, die 2024 in der Circusschule entstand. Mit dem Arbeitstitel āentrecerrar los ojosā, was so viel bedeutet wie ādie Augen zusammenkneifenā wollten sie bei dem/der Zuschauer/in eine Reaktion, eine Empfindung, auslƶsen, die hinterfragt, was normal ist und was uns stƶrt, und die den Ćbergang vom ErtrƤglichen zum UnertrƤglichen zeigt. Nach Absolvierung der Circusschule hatten die Beiden das Gefühl, dass sie mit dieser Nummer noch etwas zu sagen hatten. WƤhrend ihren beiden Residencies im Februar und MƤrz 2025 hier im CTC, wollen sie die Geschichte ausdehnen und ihr erlauben, andere Bereiche, wie die Beziehung zum Tanz, erforschen; oder aber auch erkunden, wie sich die Beziehung zwischen diesen beiden Figuren entwickeln kƶnnte.

DĆ©jame Peinarte ist eine Stück für zwei Kƶrper. Zwei Frauenkƶrper, nicht in Bezug auf das Geschlecht, sondern auf die starke, dichte WƤrme dieser bebrüsteten Kƶrper, dieser im Boden verankerten Kƶrper. Sie sind Bluts- oder Herzensschwestern, sie sind Mutter und Tochter, wir wissen nicht genau, wie diese Frauen zueinander stehen, aber wir kƶnnen die Spannung sehen, die sie zusammenhƤlt. Eine zƤrtlich elektrische Spannung, die das Bedürfnis nach dem Kƶrper der anderen ausdrückt, ohne dass man weiĆ, wie man es ausdrücken soll.
DĆ©jame Peinarte lƤsst Raum für die aggressiven Ausbrüche, die sich manchmal zwischen zwei Schwestern ereignen, für die versteckte ZƤrtlichkeit zwischen zwei Freundinnen, für die gesteigerte Bescheidenheit zwischen Mutter und Tochter und für das überƤltigende Bedürfnis, den geliebten Menschen in die Arme zu schlieĆen. In diesem Stück geht es also um zwei Figuren, die sich gegenseitig provozieren und nach einer gemeinsamen Basis suchen. Auch wenn der Boden, auf dem sie sich am besten verstehen, zunƤchst der des UnverstƤndnisses, der Provokation, des Spiels und des Aufeinandertreffens von Kƶrpern zu sein scheint, arbeiten sie gemeinsam daran, die dunklen und schƶnen Seiten der Schwesternschaft zu beleuchten.

instagram: Melanie Klampfer
